An: Spammer

Wer kennt das nicht? Man bestellt irgendwo etwas und gibt seine Mailadresse an. Ich bin ja kein Antispam-Paranoiker, wie man auf meiner Kontaktseite sehen kann, denn ich habe einen sehr guten Spamfilter.

Um den gehts mir jetzt aber nicht, sondern um Unternehmen, die mir Spam schicken, obwohl ich keine Werbemails von denen haben möchte und das bei der Registrierung auch angegeben hatte. Lassen Sie mich diesen Unternehmen eines sagen:

Sie schaden sich damit langfristig selbst, denn ALLE Spam-Mails landen bei mir (und sicher auch bei anderen Menschen) einfach im Spam-Ordner. Ich nehme nicht die Last auf mich, mich aus einem Spam-Verteiler, in den ich sowieso nie gelangen wollte, ordnungsgemäß abzumelden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass alle anderen, möglicherweise legitimen Mails dieses Unternehmens ebenfalls dort landen. Nur mal so zur Information. Mein Schaden ist das nicht.

Natürlich weiß ich auch, dass Spammer sich nicht einmal vom besten Argument der Welt davon abbringen lassen, mir jetzt gleich den nächsten Schwung Spam zu senden… :)

Zensurgesetz beschlossen

Heute wurde das Zensurgesetz beschlossen.

Politisch habe ich meine Konsequenzen gezogen.

Bei der Bundestagswahl wird die SPD ihr (Farbe Ihrer Wahl hier einsetzen) Wunder erleben, denn sie wird auf die Stimmen der Netzgemeinde verzichten müssen. Mir tun die Kinder leid, auf deren Rücken CDU und SPD Symbolpolitik betreiben.

Technik-Demo praktisch umgesetzt

Vor einigen Jahren hatte ich eine Idee für ein Pseudo-CAPTCHA bei Dr. Web vorgestellt.

Kurz gesagt ging es um eine Technik, mit der so etwas ähnliches wie ein CAPTCHA erzeugt wird — aber ohne Grafik. Natürlich erreicht sowas kein besonders hohes Sicherheitsniveau. Es ist mehr eine Alternative zu Anti-Spam-Rechenaufgaben, die man hier und da antrifft, und diese sind ja auch nicht besonders sicher.

Spammer werden aber nicht für jede kleine Sicherheitsmaßnahme ein Gegenmittel entwickeln. Wenn es viele verschiedene Sicherungsmechanismen gibt, lohnt es sich für sie einfach nicht. Die Masse macht es also.

Eine Überraschung habe ich heute erlebt, als ich während einer Pause beim Stern etwas herumgesurft bin. Die setzen doch tatsächlich meine Idee praktisch ein. Finde ich gut :)

stern-pseudo-captchadrweb-demo

*Heute* gegen Softwarepatente wehren!

Apple patentiert eine bahnbrechende “Erfindung”: Lautstärkeregler für Browser-Tabs. Es hat sicherlich viel Gehirnschmalz bei Apple gekostet, sich die applikationsbezogene Lautstärkeregelung von Vista abzuschauen und auf Browser-Tabs zu übertragen.

Wie wäre es, wenn Softwareentwickler ihre eigene Software vielleicht nicht mehr gewerblich nutzen dürften? Klingt absurd? Nicht, wenn es nach dem Europäischen Patentamt geht. Wenn auf ein Verfahren ein Patent erteilt wurde, hat der Patentinhaber erst einmal ein Monopol auf dieses Verfahren. Softwareentwickler, die das Verfahren in ihren eigenen Programmen einsetzen, schauen erstmal (und vielleicht permanent) in die Röhre.

Rechtsanwalt Rasmus Keller vertritt den Bundesverband Informations- und Kommunikationstechnologie e.V. (BIKT) und hat eine Stellungnahme gegen Softwarepatente vorbereitet. Dieser Stellungnahme sollten sich alle Freiberufler, Selbstständige und Unternehme(r|n) aus der IT-Branche anschließen, die ebenfalls gegen Softwarepatente sind.

Hier ist die Stellungnahme: PDF

Hier ist die Beitrittserklärung: PDF (ausdrucken, unterschreiben, per Post schicken!)

Bitte so schnell wie möglich erledigen! Die Frist läuft ab 28.04.2009 ab!

Mehr zur Stellungnahme gibt es auf den Seiten des BIKT.

Zensursula

Ursula von der Leyen hat die fünf größten Provider dazu gebracht, freiwillig DNS-Sperren zu errichten. Dass so gut wie jeder in der Lage sein wird, die Sperren zu umgehen, scheint dabei nicht zu interessieren. Höchstens ein gewisser Bodensatz an Personen wird sich durch solche “Sperren” abschrecken lassen, Fotos und Videos von misshandelten Kindern im Web herunterzuladen.

Auch ist bisher nichts darüber bekannt, Hersteller und Distributoren von Kinderpornografie in Zukunft verstärkt aktiv zu suchen und der Gerechtigkeit zuzuführen. Weiterhin ist (mir) nichts darüber bekannt, ob und wie gegen Kinderpornografie in Darknets vorgegangen wird. Dem Leid der Kinder – und noch wichtiger: den Tätern – wird, so sieht es für mich aus, auf diese Weise nicht Einhalt geboten.

Viele vermuten daher, dass Frau von der Leyen dafür benutzt wird, eine Zensur-Infrastruktur aufzubauen, damit später unliebsame politische oder auch kommerzielle Inhalte (Stichwort “staatliches Glücksspielmonopol”) blockiert werden können. Dass die Film- und Musikindustrie meiner Meinung nach ebenfalls Forderungen nach Blockaden stellen wird, halte ich für logisch und konsequent.

Eine zensurfreie Infrastruktur, selbst wenn sie nur optional ist, halte ich für sehr wichtig in einer funktionierenden Demokratie. Jeder kann und sollte in der Lage sein, seine Meinung frei mitzuteilen oder sich eine eigene Meinung bilden können, ohne dass der Staat vorgibt, was gelesen können werden soll und was nicht.

Der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e. V. (kurz FoeBud) hat mit Bekanntgabe der Vereinbarung einen zensurfreien und öffentlichen DNS-Server eingerichtet. Wie Windows-, MacOS- und Linux-Nutzer die DNS-Einstellungen ändern, beschreibt der CCC anschaulich. Die Änderung dauert jeweils ca. 30 Sekunden.

Sofern ein ISP DNS-Anfragen nicht per Zwang umleitet (auch dafür existieren natürlich Gegenmaßnahmen), dürfte derzeit diese einfache Änderung schon ausreichen, um die DNS-Sperren zu umgehen.